Montag, 8. Oktober 2012

Abschied: Pfarrer Schneider hat die Cyriakusgemeinde Richtung Offenbach verlassen


 Rödelheim. Nun ist er also weg. Pfarrer Ludwig Schneider hat die evangelische Cyriakusgemeinde in Richtung Offenbach verlassen. Künftig wird es in der Französisch-Reformierten Kirche in der Heerstraße auch Gottesdienste in französischer Sprache geben. Dafür will  Pfarrer Ludwig Schneider sorgen, der sich nun, seinen hugenottischen Wurzeln entsprechend, den Namen -Trotier angehängt hat. Der gebürtige Wiesbadener war lange in Rödelheim aktiv, dem Stadtteil, in dem er auch aufgewachsen war.
In Rödelheim war er über zehn Jahre lang tätig und wurde im Juli von der Gemeindeversammlung der Französisch-Reformierten Gemeinde als Nachfolger von Pfarrerin Christiane Esser-Kapp gewählt. Gestern wurde der neue Pfarrer in einem Gottesdienst in sein neues Amt eingeführt. Im Dienst ist er bereits seit Anfang Oktober. „Die Stelle passt perfekt zu mir“, sagt der 49-jährige Theologe der Frankfurter Rundschau. 
Eigentlich hatte ich und meine Familie vergleichsweise wenig Kontakt zu Pfarrer Schneider. Dennoch beschlich mich ein Bedauern, als ich vor einigen Wochen in den Gemeindenachrichten davon las. Unsere Kinder sind noch jung, deshalb gehören wir nicht zu den regelmäßigen Kirchgängern. Wir versuchten es ein paar Mal. Nach wenigen Minuten schien es uns aber besser, die Kirche wieder zu verlassen, weil die Kinder einfach noch nicht so lange stillhalten können. Aber ich dachte immer: Wenn die beiden einmal größer werden, dann sind sie bei Pfarrer Schneider in guten Händen. 
Er schien nämlich ganz nah dran, an seinen jüngsten Gemeindemitgliedern, und wirklich an ihnen interessiert. Als er zum Taufvorgespräch zu uns nach Hause kam, setzte er sich ganz selbstverständlich zu den Kindern auf den Fußboden (sitzen ging da noch nicht) und beschäftigte sich mit ihnen. Mich beeindruckte das. Und auch, wenn man sich fortan in Rödelheim über den Weg lief, grüßte er stets freundlich oder blieb, wenn er nicht schon auf dem Rad sportiv vorbeigesaust war, für ein kurzes Schwätzchen stehen. Kurzum: Er gab einem das Gefühl - wie gesagt, wir gehören nicht zu den etatmäßigen Kirchenbesuchern am Sonntag - zur Gemeinde dazuzugehören. Ein schönes Gefühl.
Pfarrer Schneider gehörte auch zu den ersten, die sich meldeten, als dieses Blog online ging. Er hatte gleich erkannt, dass es heutzutage wichtig ist, präsent zu sein und sich zu interessieren - auch bei einem absoluten Spartenprogramm wie diesem Blog. Ohne das jetzt vertiefen zu wollen: Bei der anderen Fraktion habe ich auch widerholt die Zusammenarbeit angeboten, gehört habe ich nichts. Aber das nur am Rande.
Bei Pfarrer Schneider war das anders. Wie selbstverständlich war er bei der "Gründungsveranstaltung" im Stadtteilbüro dabei - das war im April 2011. Wieder mekte man sein echtes Interesse und Aufgeschlossenheit. Nun ist er also weg, schade, aber immer hin nicht aus der Welt - wenn auch in Offenbach :). Wie dem auch sei: Ich wünsche Pfarrer Schneider von hier aus alles Gute, einen super Start und dass er in der neuen Gemeinde seine Pläne und Wünsche verwirklichen kann. Und um den Kontakt zu seinem Rödelheim nicht zu verlieren, gibt es ja auch noch dieses Blog. Deshalb, Pfarrer Schneider, ich zählt auch weiterhin auf Sie als Leser. Glück auf!