Donnerstag, 29. November 2012

Hoppla! Neu in Rödelheim: Café Savory in der Burgfriedenstraße - vegan und gemütlich

Rödelheim. Da geht mal einmal eine Woche nicht den Stadtteil und dann sowas. Dort, wo bis vor kurzem ein Telefonladen mit baufälliger Fassade abschreckte und man sich wohl  mit einem weiteren Leerstand abzufinden haben würde, also an der Ecke Alt-Rödelheim/Burgfriedenstraße ist etwas entstanden, was man in Rödelheim wohl kaum noch für möglich gehalten hätte. Seit 24. November hat dort das Café "Savory Frankfurt" geöffnet. Das erste vegane Café in Rödelheim sowieso und eines der ganz wenigen in Frankfurt - immerhin der fünftgrößten Stadt Deutschlands. Den wohlüberlegten aber dennoch mutigen Schritt wagte Nina Angelini, eigentlich eine Hamburger Dern, die es aber über Berlin in den Taunus und nun also nach Rödelheim spülte. "Wegen einem Kerl", sagt sie. Aber egal, wichtig ist ja, dass sie nun angekommen ist. "Ich bin öfter mal durch Rödelheim gefahren", erzählt sie bei einer Tasse Kaffee mit Mandelmilch. "Und die Gegend hat mir sehr gut gefallen." Die Altbaustruktur und die Menschen, all das erinnerte sie wohl ein wenig an den Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. In Alt-Rödelheim stieß sie auf den kleinen Laden an der Ecke. Und man darf mit Recht erstaunt sein, was die gelernte kaufmännische Angestellte daraus gemacht hat.
Zwei riesige geschwungene Ohrensessel fallen einem gleich ins Auge, hellblau bezogen. Das Ganze erscheint im gepflegten Vintage-Stil: Laminat, das nach abgewetztem Holzfußboden erscheint, scheinbar freigelegte Backsteinwände im Thekenbereich. Das ganze schön warm in Braun- und Rottönen gehalten. Da setzt man sich doch gerne hin. Nach einer derart gemütlichen Atmosphäre sucht man in Rödelheim - abgesehen von Ortell's gleich zwei Türen weiter - vergebens.
Und man kann prima hinausschauen. Denn in dieser Ecke von Rödelheim gibt es noch genügend Menschen auf der Gass. Denengeht es wie mir. Erst auf den zweiten Blick bemerken sie, dass da etwas Neues ist. Viele bleiben stehen, schauen, was sich da so still und heimlich in den Stadtteil geschlichen hat. Die Gesichter verraten: Aha, interessant, da muss ich doch mal hingeh'n.
Das sollte man tatsächlich. Neben hippen Brausen und Szenegetänken wie Fritz-Kola oder anderen bunten Flüssigkeiten, die sich in Longneckflaschen abfüllen lassen, gibt es nämlich auch ziemlich lecker klingendes Happahappa. Die Speisekarte ist mit Sandwich, Baguette, Burger und Salaten, aber auch Muffins und Kuchen übersichtlich gehalten. Die Preise sind sehr angenehm: Der Bürger für 4,40 Euro ist da schon das Teuerste. Aber ich geben zu: gesehen hab' ich ihn nicht. Da muss man schon Nina Angelini vertrauen wenn sie sagt, dass der vegane Bratling auch bei "Allesessern" prima angekommen sei bisher. Aber testen werd ich ihn die nächstenTage auch noch, versprochen.
Stichwort vegan. Das ist hier alles. Also alles auf rein pflanzlicher Basis. Milch ist nicht von der Kuh, sondern aus Hafer oder Mandeln. Auch die Snacks - u.a. Riegel, die an Jerky oder Biltong, also Trockenfleisch erinnern - sind zu haben. Angelini ist selbst Veganerin. "Seit zwei Jahren und seit 25 Jahren Vegetarieren." Nachhaltig, bio, regional und saisonal - das sind die Kriterien für das Essens- und Getränkeangebot. Deshalb wird es jetzt im Spätherbst mit frischen Smoothies eher eng. Doch bei dem Wetter tendiert man ja auch eh zu etwas Warmem. Außerdem will man sich ja auch noch was für spätere Besuche aufheben. Außerdem soll es immer wieder auch Tagesspecials geben, etwa Pizza, Chili, Suppen oder Waffeln.
Übrigens: Auch die Flyer sind sehenswert. Und sie stammen - wie sollte es anders sein - von der veganen Werbeagentur Voice Design (www.voice-design.de)

Geöffnet ist das Savory dienstags bis freitags von 9 bis 19 Uhr, an Samstagen von 9 bis 17 Uhr. Sonntag und Montag ist geschlossen.Kontakt Tel: 069/74 22 31 60.

Wertung:
Ambiente: 9 von 10
Preise: 10 von 10
Essen: folgt

Fazit: Ein spektakulärer Neuzugang für Rödelheim.

Links:
www.savory-frankfurt.de
https://www.facebook.com/savory.frankfurt?ref=ts&fref=ts