Dienstag, 14. Mai 2013

36 Tonnen Unterschied zwischen Hunden und Topfpflanzen

Dem einen oder anderen dürfte ich noch eine kleine Erklärung schuldig sein. Vielleicht haben wir uns gesehen, vor ein paar Tagen. Ich zug mit einem Bollerwagen mit zwei Topfpflanzen quer durch Rödelheim. Wollte mal wissen, wie das so ist, wenn man etwas gassiführt. Haustiere haben wir nämlich keine. Aber einen Vorteil hat die rollende Topfpflanze: Sie kackt nicht in Einfahrten, vor Gartentüren oder auf den Gehweg auf dem Weg zur Schule. Vielleicht würde sie, wenn ich sie ließe. Aber meine Blume ist gut erzogen. Und ich bin es auch halbwegs.
Gut genug um zu wissen jedenfalls, dass ich meine Zitronenbäume - um die handelte es sich nämlich, die ich aus dem Winterquartier holte - niemals mitten auf den Gehweg kacken lassen würde. Schon gar nicht dort, wo täglich zig Kinder zur Schule oder zum Kindergarten laufen müssen, kaum ausweichen können, weil einen halben Meter neben ihnen Autos fahren. Von versteckten Wegen, wie dem hinter der Brentanoschule - von den Anwohnern angeekelt Rue de la Kack genannt - mag ich gar nicht reden. Die sind nämlich derart vermint, dass man dort nicht einmal mehr Fahrrad fahren möchte. Der der Weg entlang der Nidda, wenigstens bis zum Abzweig zum Sportplatz, wo jeder Schritt zur Seite fatal sein kann.
Ich verstehe das ja - irgendwo hin muss Fiffi ja machen. Soll er auch, aber dann muss man den Köttel halt einsammeln. Die Alibi-Plastiktüte hat sicher jeder Hundehalter in der Tasche, für den Fall, dass er einmal darauf angesprochen wird. Benutzt wird der Beutel - das behaupte ich jetzt mal - von der Minderheit. Reaktion 1 - raten sie mal, klar: Mein XXX (Name einsetzen) macht das nicht. Macht er es doch folgt Reaktion 2: Huch, das hat er aber noch nie gemacht oder, Reaktion 3: keine Angst, der Will nur spielen.
Geschätzt 400 Hunde in Rödelheim, jeder kackt pro Tag zwei Mal, je 125 Gramm. Macht 250 Gramm pro Hund 100 Kilo am Tag, 3 Tonnen im Monat, 36 Tonnen im Jahr. Sähe man die auf einem Haufen, wäre auch der uneinsichtigste Hundehalter geheilt. Aber die liegen schön verteilt entlang der Wege. Oder in Einfahrten. Vor Garagentoren. In der Unterführung....
Irgendetwas passt da doch nicht. Warum müssen die Slalom laufen, die keinen Hund besitzen - wenn die, die ihren Hund auf die Straße scheißen lassen (der Hund kann schließlich nichts dafür), das billigend in Kauf nehmen, oder - teilweise muss man das unterstellen - sogar ganz bewusst machen. Sollten nicht die, die sich den Luxus erlauben, in der Stadt ein Haustier zu halten, das Bewegung braucht, dort aber einfach nicht hingehört, im Zuammenleben auf engem Raum mit vielen anderen, müssten nicht die eher Rücksicht nehmen? Ja, müssten sie. Kein aber. Punkt. Der nicht der Hund ist rücksichtslos, sondern der Typ am anderen Ende der Leine. Aber den kann sich ein Hund ja leider nicht aussuchen. So, und jetzt bin ich mal auf den Shitstorm gespannt. Übrigens: meine Topfblumen tun das nicht. Ganz sicher.

Zusätzliche Informationen zur Rödelheimer Musiknacht

Sven Wortmann:
Stummfilm-Orgel-Konzert zu Buster Keatons Seven Chances. 22:00 - 23:00 Uhr, Rollschuhbahn am Brentanobad | ► 6
 
Sven Wortmann lebt in Rödelheim und ist seit seiner Jugend begeisterter Orgelspieler.Neben zahlreichen Konzerten im In- und Ausland wendet er sich seit 2001verstärkt der Stummfilmbegleitung zu. Sven Wortmann begleitet live auf derKino-Orgel den 1925 entstandenen Stummfilm Seven Chances von und mit Buster Keaton.


Petra Kühmichel und SchülerInnen, 17.00 - 17.45 Uhr, Petri-Haus ►7
 
HBF Trio, 18:00 - 19:00 Uhr, Gärtnerei Ballenberger | ►20
Plays a smooth sexy flavoured blend of honky tonkin’ Hillybilly Stuff
(CountryBlues, WesternSwing, Folk)


Trio Dreiklang:
Das neue Programm heißt „Go West!“ und soll einige Überraschungen enthalten
– nicht nur, was das Repertoire betrifft, sondern auch die Besetzung.


► Spielort 24
Fritz deutschlanD e.V., Westerbachstraße 47/ Haus 9/Kesselhaus




Dritte „Rödelheimer Musiknacht“ am 25.5.2013/Programme jetzt erhältlich