Donnerstag, 21. November 2013

Ein Lebenszeichen von La Fenice: "Wir geben nie auf!"

Rödelheim. Die Spekulationen schossen wild ins Kraut. Zum 1. Mai war La Fenice von der Radilostraße nach Alt-Rödelheim gezogen. Damit nicht genug Veränderung: Carmela, die Chefin, gute Seele, Küchenmeisterin und Alleinunterhalterin des Ladens hatte den Stab an den Sohnemann Alessio Dogana übergeben und sich einen ruhigeren Job gesucht. Alles schien gut zu werden. Das Lokal wurde nett eingerichtet und auf einmal war es zu. War die Lokalität nicht für ein gastronomisches Gewerbe zugelassen? lautete eine der Mutmaßung, die die Runde machen. Wobei: es hatte dort zuvor schon Gasteonomie gegeben. Gab es feuerpolizeiliche Gründe, oder Probleme mit den Behörden? Niemend wusste etwas.
Nun geht La Fenice in die Offensive. "Wir geben niemals auf!" prangt es in großen Lettern in einer Anzeige auf der Titelseite des aktuellen Main-Nidda-Botens.Und weiter: "Entgegen der verbreiteten Gerüchte, das La Fenice hätte geschlossen oder sei weggezogen, wir geben bekannt: Wir haben geöffnet in Alt Rödelheim 20 [...] Mo.-Sa. ab 18 Uhr, Sonntags geschlossen." Na also, ein Lebenszeichen.


http://www.la-fenice.de/index.html

Montag, 18. November 2013

Leerstandsmelder.de meldet über 560 Leerstände in Frankfurt

Rödelheim. Geld ist billig, Wohnraum ist knapp - neben München, Hamburg, Köln, Berlin und Stuttgart zählt Frankfurt zu den Städten in Deutschland, in denen der Wohnraum am knappsten zu sein scheint. Selbst die fiesesten Drecklöcher gehen zu vergleichsweise Preisen über den Tisch.
Da wundert es schon, wenn man auf die Internetseite www.leerstandsmelder.de kommt. Dort werden alleine für die Stadt Frankfurt rund 560 Leerstände angezeigt - Büro- und Wohnflächen gleichermaßen (siehe Screenshot). Sogar Rödelheim ist dabei. Überraschungen gibt es da freilich nicht. Das alte US-Gelände an der Gaugrafenstraße ist genauso dabei, wie das Bürogebäude am südlichen Ende des Bahnhofs. Einzelhandelsflächen, wie sie zurzeit in Reihe auf der Lorscher Straße zu haben sind, sind gar nicht verzeichnet.
Die Idee stammt aus Hamburg. Inzwischen sind etliche Städte in Deutschland erfasst. Das ganze lebt vom Mitmachen. Genauer gesagt: Je mehr mitmachen, und je aktiver die Mitmachenden sind, desto genauer und aktueller sind die Einträge. Eintragen kann aber nur, wer sich einloggt, also vorher einen Account erstellt. Wer mitmachen will, findet hier eine Kontaktmöglichkeit: kontakt@leerstandsmelder.de
 Wie aktuell die für Frankfurt resultierenden Einträge sind, ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen, für Gelegenheitssucher scheint das Ganze also nichts zu sein. Wohl aber für Leute, die von Berufs wegen einen Blick auf den Immobilienmarkt richten müssen, oder die auf diesem Wege vielleicht auf der Suche nach einem Häuschen zum kaufen sind. Auch, ob die Einträge von irgendeiner Stelle nochmals überprüft werden, ist dem Portal nicht zu entnehmen. Die Betreiber sehen die Sache so:
"Aber leerstandsmelder.de wird auch kritisiert: Manche Eigentümer fühlen sich an den Pranger gestellt. Dabei steht es Eigentümern frei zu erklären, warum ihre Immobilie leer steht.
Aktivisten kritisieren, dass die Einträge auf leerstandsmelder.de Spekulanten helfen könnten, Immobilien zu verwerten. Das ist zwar nicht völlig auszuschließen, allerdings handelt es sich bei den meisten gemeldeten Leerständen um Immobilien, die aus dem Markt gefallen sind, und in vielen Fällen stehen sie leer, weil Investitionen in sie keine Rendite erwarten lassen. Oder sie stehen leer, weil sie bereits Spekulationsobjekte sind. Außerdem informieren sich Spekulanten, Makler und Investoren eher anderweitig über Leerstände. Dazu nutzen sie exklusive Netzwerke, „Immobilienstammtische“ und Kontakte zur Politik. Leerstandsmelder.de wirkt dagegen eher als Korrektiv und fördert die Informationsgleichheit."

Weitere Links zum Thema in Frankfurt:
Netzwerk Frankfurt für Gemeinschaftliches Wohnen: http://www.gemeinschaftliches-wohnen.de/ 

Thing Frankfurt: http://www.thing-frankfurt.de/frankfurt/leerstand




Sonntag, 17. November 2013

Genial oder bekloppt? Das Kochhaus in Bockenheim

Screenshot Kochhaus Homepage
Rödelheim/Bockenheim. Ich schwanke noch, ob ich die Idee genial oder einfach nur bekloppt finden soll. Am Samstag war ich in Bockenheim unterwegs und bin irgendwann im Kochhaus auf der Leipziger Straße gelandet. Anfangs habe ich überhaupt nicht mitgeschnitten, was dort genau passiert. Ich hatte von dem Konzept noch nie gehört, dachte, ich sei in einem Geschäft für Yuppie-Küchenaccessoires - Bockenheim halt, soweit so normal. Doch beim Streifzug durch den Laden - er war übrigens ziemlich gut besucht - blickte ich so langsam durch. Poster mit Rezepten hingen dort über den Tischen. Auf den Tischen lagen dann, hübsch drappiert, die benötigten Zutaten für die schmackhaft aussehenden Gerichte.
Wem also das Wasser im Munde zusammenläuft bei dem Anblick - und die Gefahr besteht durchaus - der findet alles, was er dafür benötigt in unmitelbarer Nähe - und in der genau benötigten Menge. Also kein Rennen durch vier Läden und eine Odyssee durch das Bahnhofsviertel, um irgend ein exotisches Gewürz in viel zu großem Gebinde aufzutreiben, das man danach garantiert die nächsten drei Jahre nicht mehr in die Hand nehmen wird. Ebenso beim Fleisch. Braucht man 200 Gramm Schweinelende, bekommt man 200 Gramm davon gleich nebenan in der Kühltheke. Und eben sich mindestens 500 Gramm - wofür man nicht nur vielmehr ausgibt als nötig, und an dem man auch noch drei Tage später zunehmend lustlos herumnagt.Wer zum Dinner dann gleich noch einen schicken Wein benötigt, der bekommt ihn dort natürlich auch. Alles edel aufgemacht, hübsch verpackt - wie aus dem Brigitte-Magazin: Edel, schick, urban.
Das Bockenheimer Kochhaus ist das erste in Frankfurt. Neu ist die Idee aber nicht. Weitere gibt es in Berlin-Prenzlauer Berg und -Kreuzberg, Hamburg-Ottensen, München-Schwabing - na, alles klar? Genau, die Schickistadtteile der deutschen Metropolen. Und nun halt Bockenheim. Seit 2010 ist das Franchise-System am Start und scheint zu expandieren. Stuttgart oder Köln sind sicherlich als nächstes dran - oder Baden-Baden?
Doch die Rezept- und Einkaufshilfe ist nicht alles. Kochkurse und Events gehören ebenfalls zum Portfolio. Aber auch Conviniencemäßig setzt das Kochhaus neue Maßstäbe. Die Gemüsekiste kennt jeder, oder? Wer es nicht kennt: ein Gemüseladen (meist Bio) liefert eine Auswahl an Gemüse und Obst (auch Käse, Wurst ect.) frei Haus, inklusive der Rezepte, was mit dem Zeugs dann anzufangen ist. Im Kochhaus nennt sich das "Sorglos-Abo". Dort gibt es ebenfalls Rezepte und die Zutaten frei Haus. Drei Tage vor der Lieferung kommen die Rezeptideen per Mail. Sagen die nicht zu, kann man online Veränderungen vornehmen. Zwischen 28 und 54 Euro kostet das. Für letzteres bekommt man die Rezepte für 5 Gerichte für 2 Personen. Für 6,80 Euro kommt die passende Flasche Wein gleich dazu. Wer sich nicht binden will, kann die Zutaten auch für einzelne Gerichte bestellen. Nur kochen muss man halt noch selbst - aber dafür findet sich bestimmt auch noch eine Lösung.

Internet: http://www.kochhaus.de/kochhaus-bockenheim/http://www.kochhaus.de/kochhaus-bockenheim/

Anschrift Kochhaus Bockenheim
Leipziger Straße 43
60487 Frankfurt
Öffnungszeiten Montag - Samstag
10 bis 2 Uhr