Samstag, 30. November 2013

Kochbuch mit Rezept von Moses P.

Rödelheim. Am 5.Dezember erscheint "Kochen Unplugged", das Buch des Kochs Christoph Brand, mit Rezepten, die er mit deutschsprachigen Musikern – u.a. mit Moses P. – gekocht hat. Das Konzert zum Buch, auf dem Moses mit Unplugged-Besetzung spielen wird, findet am 14. Dezember in Kassel  in der Documentahalle statt. Alle Infos zu Buch und Konzert unter www.fliegende-koeche.de.

Mittwoch, 27. November 2013

CDU will Alkoholverkauf im Wasserhäuschen im Solmspark verbieten - und andere Kuriositäten aus dem Ortsbeirat

Rödelheim. Spontan-Politik - so könnte man das bezeichnen, was sich in so manchem Gemeinde- oder Ortsbeirat so abspielt. Also Politik aus dem Bauch heraus, aber ohne tiefere Überlegung oder Strategie. Anders ist das nämlich nicht zu erklären, was sich im Ortsbeirat 7 nun abspielte.
Zunächst hatte der Pächter des Wasserhäuschens an der Nidda-Brücke im Solmspark das Wort. Er hatte davon Wind bekommen, dass die CDU einen Antrag gestellt hatte, den Alkoholverkauf in seinem Kiosk künftig zu verbieten. Von "Exzessen" schrieb die Fraktion in ihrer Begründung, von Müttern mit Kindern, die dort gefährdet seien, weil sich rund um das Büdchen speziell in den warmen Monaten, ein fester Stamm an Saufkundschaft versammelt. Das dürfe es so nicht geben und das werde man versuchen zu unterbinden, schleuderte CDU-Mann Zollmann dem Pächter, der eigens vorstellig geworden war, ins Gesicht. Damit dürfte klar sein: Kommt der Antrag durch, kann der Mann den Laden dicht machen. Denn von Ausflüglern oder eben Müttern mit Kind kann er sicher nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten.
Dass damit eines der letzten Wasserhäuschen in Rödelheim - in Frankfurt hat das durchaus eine lange und berechtigte Tradition - plattgemacht würde, scheint den Christdemokraten herzlich egal. Law-and-order heißt die Devise.
Aber mal ganz unter uns: Anders als an so mancher anderen Orten in Rödelheim ist es mir dort noch nie passiert, angepöbelt worden zu sein. Und: Anders als an vielen Orten in Rödelheim, finden sich dort so gut wie nie leere Flaschen, Scherben oder ähnliches, was auf alkoholische Exzesse schließen lassen könnte. Da, mit Verlaub liebe CDU, sieht es auf so manch anderem Spielplatz gerade nach den Wochenenden weitaus schlimmer aus.
Dass durchaus auch gastronomiefreundlich diskutiert werden kann, bewiesen die Ortsbeiräte eine knappe halbe Stunde später. Da ging es zunächst um dem Radweg auf Höhe des Anglerheims. Für einige scheint dieser Abschnitt eine der gefährlichsten Stellen in Rödelheim überhaupt zu sein. Um diesen Gefahrenpunkt auszubremsen, an dem sich Fußgänger und Radfahrer einen Kampf auf Leben und Tod liefern (Achtung, Ironie!) - und bei schönem Wetter die Gäste des Anglerheims teilweise den Weg zusätzlich verengen,  sehen einige Ortsbeiräte überhaupt keine andere Lösung, als (Ironie-Ende) den überbordenden Verkehr mit einer Schranke in seine Schranken zu weisen.  Kein Witz. Schließlich, so der SPD-Mann Sasse, müsse man doch alles unternehmen, damit der dortige Gastronom durch etwaige Verkehrsberuhigung keine Nachteile erleide (Hört, hört!).
Es ist zwar nachweislich dort noch nie etwas passiert, kein Unfall keine Rangelei, kein nichts - aber alleine das Vorstellbare ist einigen offenbar Grund genug, den Radverkehr mutwillig auszubremsen.
Glücklicherweise hat wohl das Radfahrbüro den Unsinn erkannt und angekündigt, jedwedes Hindernis umgehend wieder entfernen zu lassen. 
Immerhin bewies der Grüne Bocklet einen Kühlen Kopf er mahnte zur Besonnenheit, die Verkehrsteilnehmer zur Rücksicht - schließlich sähe das Niddaufer bis Bonames, wenn man wie wild Schranken und Hindernisse errichte, irgendwann aus wie der Todesstreifen in der ehemaligen DDR. Zum Radfahren zu ermutigen sei ein wichtiges Ziel der städtischen Verkehrsplanung - schon deshalb sei eine Schranke, insbesondere an der diskutierten Stelle, ich paraphrasiere den wortreichen Vortrag so: Blödsinn.
Wie am Ende der Ortsbeirat in Sachen Alkoholverbot entschieden hat entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist zu hoffen, dass der CDU-Vorstoss abgeschmettert wurde. Aber alleine schon die Idee zeigt deutlich, dass man in Rödelheim in den politischen Gremien mit allerhand Unüberlegtem jederzeit zu rechnen hat.

Nachtrag: Wie der Tagespresse zu entnehmen ist, hat die CDU den Antrag auf Druck der anderen Ortsbeiratsfraktionen zurückgezogen, Alkohol am Wasserhäuschen verbieten zu lassen. Offiziell, um den Antrag zu "überarbeiten". Besser gleich weg damit.


Dienstag, 26. November 2013

Alte Handys im REWE-Markt abgeben - für ein Gorillaprojekt des Zoos

Rödelheim. Vielleicht ist schon bekannt, daß der Frankfurter Zoo alte Handys zugunsten eines Bergorilla-Projekt sammelt. Beim illegalen Abbau des Erzes Coltan - wichtig für die Handyproduktion - werden u.a. die letzten Lebensräume der Bergorillas zerstört.In Rödelheim gibt es nun eine private Sammelstelle bei Familie Horstmann, Fuchstanzstraße 31. Familie Horstmann bringt die Handy-Spenden dann zum Zoo. Wem der Weg nach Rödelheim (oder direkt zum Zoo) zu weit ist, kann sein kaputtes Handy bei passender Gelegenheit auch bei Heike Hecker im Stadtteilbüro in der Westerbachstraße abgeben. Sie reicht das Handy dann weiter. Mehr Infos zur Sammelaktion: http://www.zoo-frankfurt.de/helfen/handy-sammelaktion.html
Außer Handys fällt immer wieder auch anderer Elektroschrott an. Aber: die städtischen Sammelstellen liegen für die Meisten nicht zentral. Und wenn man zu den Sammelzeiten des Schadstoff-Mobils keine Zeit hat, die Elektroteile aber nicht in die Mülltonne werfen will? Die Stadt Frankfurt hat jetzt mit REWE ein Pilotprojekt zum Sammeln von Elektroschrott in Rewe-Märkten gestartet: "Nun ist es auch im Rahmen eines Pilotprojekts der FES möglich, seine Kleingeräte in ausgewählten REWE-Märkte abzugeben. Wird das Angebot positiv angenommen, ist eine Ausweitung auf weitere REWE-Märkte denkbar Hier kann man seine Kleingeräte ab sofort abgeben: REWE, Kurmarkstraße 3, Nieder Erlenbach;
REWE, Victor-Slotosch-Straße 11, Bergen Enkheim;
REWE, Karl-von-Drais Str. 13, Eckenheim;
REWE, Am Dachsberg 204, Preungesheim;
REWE, Westerbachstraße, Rödelheim;
Smart-Markt, Porthstraße 11, Eckenheim;
Smart-Markt, Oberer Kalbach Weg 2, Kalbach;
Smart-Markt, Hugo-Kallenbach-Straße 16, Sindlingen."
 Angeblich sind die Sammelbehälter recht unauffällig gestaltet. Am besten mal im Markt nachfragen.

Sonntag, 24. November 2013

Tiere füttern - gut gemeint ist meist das Gegenteil von gut.

Rödelheim. Mit der Tierliebe ist das so eine Sache. Gut gemeint ist meist das Gegenteil von gut. Das betrifft sicher nicht nur das Verhältnis von Mensch und Hund in dicht besiedelten städtischen Raum, das ich durchaus kritisch sehe (wurde hier ja schon thematisiert). Auch andere Versuche, wild lebenden Tieren vermeintlich etwas Gutes angedeihen zu lassen, indem man es gegen seinen Willen füttert, lassen sich immer wieder beobachten.
Es fängt ja harmlos an. Sinken den Temperaturen unter 20 Grad, nehmen die Supermärkte Vogelfutter auf ins Sortiment: Körnermischungen, Meisenknödel, das volle Programm. Dass bereits jedem Grundschüler erklärt wird, dass man Vögel im Allgemeinen nicht zu füttern braucht, ist wurscht. Ausnahmesituationen gibt es immer: eine wochenlange geschlossene Schneedecke zum Beispiel, oder einen über Wochen knüppelhart gefrorenen Boden. Aber ohne Schnee und Frost sind Fütterungen überflüssig und schaden eher. Denn sie machen Meise und Co träge und faul. Und irgendwann verlernen sie, sich selbst Futter zu suchen. Schaut euch nur die Katzen an. Fängt eine Katze heute noch eine Maus konnte sie entweder nicht anders, weil ihr das Vieh unvorsichtig vor die Nase lief, oder ihr war langweilig. Hungrig war sie sicher nicht.
Auch schon mal im Brentanopark gewesen, dort, wie die Kleine Brücke den Radweg ans andere Niddaufer lenkt? Dort, wenige Meter entfernt vom griechischen Restaurant im Vereinsringhaus, hat sich seit einiger Zeit eine Nutria-Familie eingerichtet. Nutrias sind Biberratten - also größer als Ratten, kleiner als Biber, recht possierlich und - inzwischen  - alles andere als scheu. Warum auch. Die Menschen kommen und staunen und bringen in aller Regel säckeweise Futter mit: Möhren, Salatblätter, Küchenabfälle. Ein Paradies.
Ähnlich ergeht es den Enten. So viel Brot, wie ihnen kleine Kinder mit ihren Eltern allsonntaglich an der Nidda um die Ohren werfen, können die fast gar nicht mehr fressen, wenn sie nicht ihre schwimmfähigkeit verlieren wollen.
Etwas befremdlich wirkte es da schon, dass offenbar eine Bäckerei oder zumindest ein Verkaufsladen für Brot die Brache, die lange hinter dem Rewe-Markt in der Breitlacher Straße bestand, als Entsorgungsstation für Brot ansah. Kilo- fast Zentnerweise sah nan dort allmorgendlich das Brot liegen. Selbst als die Stelle eigentlich noch mit einem Zaun abgesperrt war. Hunderte Tauben fanden das spitze.
Und neuerdings scheint es eine weitere zweifelhafte Spielart mißverstanderener Tierliebe zu geben. Hinter dem Wartehäuschen am Mittelahnsteig meint nun jemand, ein ganzes Päckchen Haferflocken auskippen zu müssen. Die dazu passenden Taubenscharen ließen nicht lange auf sich warten. Welche Motive dahinter stecken - man weiß es nicht. Von schlichter Gedankenlosigkeit über einen gezielten Versuch, die Bahn zu ärgern bis pure Blödheit ist alles drin.

Zu wenige Hortplätze in Rödelheim: Eltern schreiben offenen Brief

Der nun folgende Brief wurde von den Elternvertretern des KIZ Biedenkopfer Weg an die Schulleitung der Brentanoschule, die Leitung der Erweiterten-Schulischen-Betreuung, die drei Kinderbetreuungseinrichtungen mit Hortangebot, das Stadtschulamt, das Bildungsdezernat, das Quartiersmanagement West sowie an die Mitglieder des Ortsbeirates 7 per E-Mail verschickt.

Wir hoffen, dass sich durch eine Zusammenarbeit aller Beteiligten die Betreuungssituation für das nächste Schuljahr verbessern wird.

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach den diesjährigen Sommerferien ist zu den Eltern der jetzigen Vorschulkinder im Grundschulbezirk Brentanoschule in Rödelheim die Information durchgedrungen, dass für das kommende Schuljahr eine gravierende Knappheit an Plätzen im Bereich der Nachmittagsbetreuung für Schulkinder (Hortplätze) bestehen wird. Dies hat unter den Eltern der betroffenen Kinder große Besorgnis ausgelöst. In der Mehrheit der Familien sind beide Elternteile berufstätig. Daneben liegen in einigen Familien verschiedene soziale Gründe vor, die eine Hortbetreuung der Kinder gebieten. In allen Fällen ist von einem dringenden bzw. existentiellen Bedarf nach einer gesicherten Nachmittagsbetreuung für nahezu alle zukünftigen Schulkinder in diesem Bezirk auszugehen.
Die Elternbeiräte des KIZ Biedenkopfer Weg haben daraufhin formlos bei sämtlichen Kinderbetreuungseinrichtungen im Schulbezirk der Brentanoschule in Rödelheim die Zahl der für das Schuljahr 2014/15 gesichert zur Verfügung stehenden, freien Hortplätze angefragt. Die Rückmeldungen der vier Einrichtungen haben ergeben, dass für das nächste Schuljahr lediglich mit insgesamt 18 freien Hortplätzen zu rechnen ist. Laut Auskunft des Schulsekretariats der Brentanoschule stehen dem etwa 50 Schulanmeldungen gegenüber. Obwohl sich erfahrungsgemäß durch Umzüge, Gestattungsanträge und Abmeldungen älterer Kinder zum Schuljahresbeginn die Zahlen noch ändern können, sehen die Elternvertreter hier eine dramatische Unterversorgung im Schulbezirk der Brentanoschule als gegeben an.
Im Namen aller Eltern von Vorschulkindern in diesem Schulbezirk in Frankfurt-Rödelheim richte ich mich hiermit an die zuständigen Stellen im Stadtschulamt, die Schulleitung der Brentanoschule, die Leitungen der zuständigen Kinderbetreuungseinrichtungen, die Kitas Frankfurt, das Schuldezernat, die Schulverwaltung, die Mitglieder des Ortsbeirats 7 und die Vertreter der politischen Parteien mit dem Apell, sich dieser für die Familien existentiell dringenden Angelegenheit anzunehmen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Aus Sicht der betroffenen Elternvertreter wird es ohne eine zeitweilige Erweiterung des Angebots (Überbelegung) in allen Einrichtungen nicht möglich sein, den Bedarf an Hortplätzen nur annähernd zu decken. Darüber hinaus müsste die Möglichkeit einer irgendwie gearteten Erweiterung des Angebots unter Einbeziehung anderer, bereits vorhandener Träger in Rödelheim, wie des RAUMs, in Erwägung gezogen werden.
Im Namen aller betroffenen Eltern regen die Elternvertreter die Bildung eines Arbeitskreises zu diesem Thema im betroffenen Schulbezirk an, um im Austausch mit den zuständigen Stellen und den Leitungen der Betreuungseinrichtungen Lösungsmöglichkeiten zu erörtern. Für den Kontakt zur Schulverwaltung und zur Verwaltung der städtischen Kindertagesstätten bitte ich um Mitteilung von Namen und Kontaktdaten der zuständigen Ansprechpartner.
Die Elternvertreter des KIZ Biedenkopfer Weg werden am 26.11.2013 bei der Sitzung des Ortsbeirats 7 anwesend sein und das Thema des Hortplatzdefizits vortragen.
  
Mit freundlichen Grüßen
Laura Demirdöven
Elternvertreterin KIZ Biedenkopfer Weg