Donnerstag, 10. Juli 2014

Projekt „Bahnhofsgrün“ wird beim Nachbarschaftspreis 2013 der Stadt Frankfurt gewürdigt

Das Rödelheimer Bahnhofsgrün-Projekt, bei dem sich auch der BUND Frankfurt beteiligt, wurde in einer Feierstunde zur Verleihung des Nachbarschaftspreises der Stadt Frankfurt am 8. Juli mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet.
Seit Anfang 2013 pflegt eine Gruppe Aktiver die grüne Insel am Rödelheimer Bahnhof zwischen Treppe und Rampe, mit dem Ziel auf einem trockenen, steinigen und nährstoffarmen Standort ein artenreiches Biotop zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen hierbei einheimische Wildblumen und -stauden, die mit den kargen Standortbedingungen gut zurecht kommen. Seit dem Frühjahr 2014 kürt die Gruppe die Pflanze des Monats, um den interessierten Rödelheimern einzelne Arten gezielt vorzustellen und so für mehr Akzeptanz für das Projekt zu werben. Allerdings erhalten die Aktiven auch jetzt schon viele positive Rückmeldungen von Vorbeigehenden, und es gibt immer wieder Pflanzenspenden für das Bahnhofsgrün. Aktuell hat eine Rödelheimer Grundschule ca. 30 Sonnenblumen gezogen, die in den nächsten Tagen gepflanzt werden sollen. Mehr Infos: http://www.bund-frankfurt.de/themen_und_projekte/urbanes_gaertnern/trittsteinbiotope/gemeinschaftsflaeche_bahnhof_roedelheim/
Weitere Anerkennungspreise gingen an drei andere Frankfurter Urban Gardening-Projekte: Ginnheimer Kirchplatzgärtchen, Gartenprojekt Sossenheim und Griesheimer Bahnhofsgärtchen – ein deutliches Zeichen dafür, dass Urban Gardening-Projekte in den Frankfurter Stadtteilen eine immer größere Rolle spielen und dies von der Stadt wertgeschätzt und gefördert wird. 

Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung!
Barbara Michalski - für die Gruppe "Bahnhofsgrün"

  • Die nächsten "Pflegetreffen" der Gruppe "Bahnhofsgrün" finden am 22.7. und am 6.8. statt. Treffpunkt direkt am Bahnhofsgrün, bei Unwettern stattdessen im Nachbarschaftsbüro, Westerbachstr,.29 - jeweils um 19 Uhr.
  • Neu im Beet - Sonnenblumenpflänzchen, die von Kindern der EBS Brentanoschule vorgezogen wurden - Herzlichen Dank für das tolle Engagement aller Beteiligten.

Dienstag, 8. Juli 2014

On Fire: Julia Treuherz und ihr Debütroman mit Herzschmerz



Rödelheim. Ein Debütroman, eine Liebesgeschichte - entstanden in Rödelheim. Julia Treuherz heißt die Autorin, die sich einen Traum erfüllt hat und einen Roman geschrieben und veröffentlich hat. "On Fire" heißt der Schmöker, den es natürlich auch im Rödelheimer Büchergarten zu kaufen gibt.
 Wann und wie kamen Sie auf die Idee, einen Roman zu schreiben - sind Sie möglicherweise in Ihrem Job nicht ausgelastet?
Oh doch! Aber den Wunsch, einen Roman zu schreiben, habe ich schon seit meiner Jugend mit mir herumgetragen. Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich die Zeit einfach investieren muss, wenn ich mir diesen Traum erfüllen möchte – egal, wie sehr mich mein Job stresst. Und das Schreiben gibt mir Energie, so dass ich mich tatsächlich nach einem langen Arbeitstag vor dem PC noch darauf freuen kann, mich am Abend an meinen Laptop zu setzen und an meinem Roman zu arbeiten.
Wie haben Sie sich organisiert, um das nebenberuflich gestemmt zu bekommen?

Organisieren musste ich nicht viel. Aber ich habe weniger Zeit für Familie und Freunde und die Zahl von Kino- und Restaurantbesuche und anderen abendlichen Aktivitäten ist doch stark zurückgegangen. Schreiben ist ein einsames Handwerk.
 
War von vorn herein klar, dass es sich um einen Liebesroman handeln würde?
Ja, das war von vorneherein klar. Ich habe lange nach dem passenden Genre gesucht. Da ich Geschichte studiert habe, schwebte mir eine Zeitlang ein historischer Roman vor, aber die aufwändige Recherche hat mich letztlich abgeschreckt. Auch mit Krimis habe ich mal geliebäugelt, da ich die selbst gerne lese, aber ich konnte mir dann doch nicht vorstellen, Szenen auszuarbeiten, in denen es um Mord oder Gewalt geht. Das Thema Liebe kam dann ganz von alleine, während eines Rockkonzerts in Holland, da dachte ich: Wie wäre das, wenn sich Mann und Frau, die zufällig nebeneinander sitzen, ineinander verlieben? Die Geschichte habe ich in meinem ersten Roman verarbeitet, den ich bisher noch nicht veröffentlicht habe. Und da ich mich mit dem Genre Liebesroman wohlgefühlt habe, war auch bei On Fire klar, es wird um Liebe, Freundschaft und Familienband gehen.
Sie erwähnten, dass Rödelheim, Ihr Wohnort, in dem Roman erwähnt würde, ich finde ein wenig zu knapp, da hätte ich mir, ehrlich gesagt, etwas mehr gewünscht. Wie wichtig war Ihnen das Lokalkolorit? Oder haben Sie sich möglicherweise etwas zurückgehalten, weil Sie keinen "Rödelheim-Roman" schreiben wollten?
Es war nie meine Absicht, einen Rödelheim-Roman zu schreiben. Aber da ich die Handlungen gerne an Orte setze, die ich kenne, lag es auf der Hand, die Hauptfigur dort wohnen zu lassen, wo ich selbst lebe. Und in diesem Rahmen war mir das Lokalkolorit wichtig. Leute, die Rödelheim kennen, werden unschwer alle Handlungsorte und sogar Personen wiedererkennen, ich habe ja nichts verfälscht.
Hätte das bei der Vermarktung nicht u.U. nicht von Vorteil sein können? Schließlich boomen lokale und regionale Romane und Krimis derzeit.
Möglicherweise hätte das bei der Vermarktung ein Vorteil sein können, doch das war nie mein Ansatz und wird es auch nie sein. Und es ist mir auch wichtig, mich nicht einzuschränken, ich möchte den Leser viel lieber mit auf Reisen nehmen, wie etwa in On Fire nach Südfrankreich.

 Wie vermarkten Sie Ihr Buch?
On Fire ist unter der ISBN 978-3-00-044779-2 im Buchhandel zu bestellen. Einige Buchhandlungen wie der Rödelheimer Büchergarten und Zweitausendeins in der Innenstadt haben das Buch vorrätig. Zudem kann es über Amazon bestellt werden, auch als E-Book.
Haben Sie schon eine Idee für einen zweiten Roman oder war's das jetzt? Wollen Sie schon was verraten?
Das war’s auf keinen Fall. Ich habe mit dem nächsten Roman schon angefangen. Es geht um sechs Freunde, die sich schon seit der Schulzeit kennen und anlässlich eines runden Geburtstags einen gemeinsamen Urlaub in Schottland verbringen. Der Roman ist aus sechs verschiedenen Perspektiven geschrieben. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Verliebtsein und Liebe, Enttäuschungen, Geheimnisse und Entscheidungen.
 Was gefällt Ihnen an Rödelheim und was nicht?
Mir gefällt, dass Rödelheim eine kleine Stadt in der großen Stadt ist, eine kompakte Einheit, in der man fast alles findet, was man braucht. Oft habe ich gar nicht das Gefühl, in einer Großstadt zu leben. Ich mag, dass Rödelheim so multikulturell ist, und finde es toll, dass es so viel Grün in diesem Stadtteil gibt.  Ich würde mir ein größeres Angebot an Cafés und Kneipen wünschen – und dafür weniger Spielhallen. Schade finde ich, dass so viele Läden leerstehen, zum Beispiel in der Lorscher Straße.

Nennen Sie bitte Ihre drei Rödelheimer Lieblingsorte:
Den Solmspark. Dort findet man mich im Sommer am Wochenende oft mit einer Decke und einem Buch.
Das Café Savoury. Ein nettes kleines Café mit einer tollen Auswahl an veganen Sachen. Schön, um sich mit Freunden zu treffen.
Streng genommen nicht mehr Rödelheim, aber für mich gehört es unbedingt dazu: Das Hausener Freibad. Ich schwimme leidenschaftlich gerne und ziehe von April bis Oktober mehrmals pro Woche dort meine Bahnen.

Wenn Sie nicht gerade Romane schreiben, tun Sie was?

Dann gehe ich sehr gerne im Taunus wandern, ins Fitnessstudio oder eben schwimmen. Ich treffe mich mit Freunden oder lade sie zu mir ein und koche für sie. Ich höre viel Musik und gehe oft zu Konzerten – beides spielt ja auch in On Fire eine Rolle. Und ich verreise auch gerne – im September beispielsweise nach Schottland, um für meinen neuen Roman zu recherchieren.

Vielen Dank, Frau Treuherz.