Mittwoch, 23. Dezember 2015

Danke!!!!

Liebe Rödelheimer,

ich kann es kaum fassen - kaum hatte ich den Text über die Urheberrrechtsverletzung und das unangenehme Schreiben eines Fotografen veröffentlich, kamen schon die ersten Reaktionen.

Viele regelmäßige Leser drückten ihr Bedauern aus. Für diese Anteilnahme möchte ich mich herzlichst bedanken.

Besonderer Dank geht auch an die, die sich spontan bereit erklärten, Geld zu spenden. Ich bin echt gerührt. Manchmal weiß man ja nicht, welche Reaktionen das, was man so im Internet tut, hervorruft - und ob es überhaupt jemand liest. Die vielen Reaktionen beweisen, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Dass es offensichtlich Menschen hier im Stadtteil gibt, denen der Blog sogar so wichtig ist, dass sie bereit sind zu helfen. Das finde ich schlicht GROSSARTIG! VIELEN, VIELEN DANK!!

Eine weitere Leserin gab mir den Tipp, rechtlich Beistand beim Frankfurter Anwaltsverein zu suchen. Es wird das erste sein, was ich im neuen Jahr tun werde.

Um Transparenz zu schaffen, habe ich vor die eingegangenen Spenden hier nennen (anonymisiert).

Falls jemand spenden mag, hier sind die Kontodaten:

Konto 1201546930
BLZ 50050201
Inhalber Andreas Nöthen
Verwendungszweck: Urheberrecht


Danke, Danke, Danke!!






Dienstag, 22. Dezember 2015

Nachruf: Das war's. Der Rödelheimer Blog geht vom Netz


Liebe Rödelheimer,


vor einigen Wochen hatte ich nur einen Nachfolger gesucht, um den Blog während unserer Abwesenheit fortzuführen. Nun habe ich mich entschlossen, den Blog doch ganz zu schließen, denn das Risiko, Urheberrechtsverstöße zu begehen ist mit zu heiß geworden. Und zu teuer.

Anlass war nun ein Schreiben eines Fotografen, das mich heute erreichte. Dabei geht es um einen Text aus dem Februar 2013: "Marcel Beyer liest aus Putins Briefkasten und anderen Texten", eine Veranstaltung in der Stadtteilbibliothek, zu der der Förderverein der Einrichtung eingeladen hatte. Man hatte auch eine Einladung mit Bitte um Ankündigung an den Blog geschickt. Natürlich habe ich die Veröffentlicht - wozu ist der Blog auch sonst da? Geht es nicht darum zu erfahren, was im Stadtteil los ist?

Mit dabei war ein Foto des Schriftstellers mit dem Hinweis auf das Copyright und dem Vermerk Veröffentlichung honorarfrei. Diese Datei lud ich herunter in gutem Glauben das richtige zu tun und fügte sie ein. Den Copyright-Vermerk vergaß ich.

Nein, das Bild habe ich nicht kleingerechnet, ich habe es in der ursprünglichen druckfähigen Auflösung gelassen. Warum auch nicht - Ladezeiten spielen bei diesem Blog keine Rolle.

Die Veranstaltung in der Stadtteilbibliothek kam und ging und wurde wieder vergessen. Doch das Internet vergisst nichts. Und so flatterte mir heute die Rechnung ins Haus. Mit allem drum und dran macht der Fotograf nun 2081,15 Euro geltend.

Geld, das ich so einfach nicht habe, aber wohl irgendwie werde aufbringen müssen, sollte kein Wunder geschehen. Woher ich das Geld nehmen soll, weiß ich noch nicht.

Zumindest stehe ich nach jetzigem Stand am Ende der Kette, habe den Fehler begannen und stehe mit den Kosten alleine da.

Ich kann den Fotograf verstehen. Er möchte nicht, dass seine Arbeit entwertet wird, muss auch davon leben. Und das Fotografendasein ist hart genug. Auch er will von seiner Arbeit schließlich leben können. Dennoch ist es schon bitter, dass ein kleiner ehrenamtlicher unkommerzieller Ein-Mann-Betrieb ebenso hart zur Kasse gebeten wird, als würde es sich um einen kommerziell tätigen Verlag handeln.

Was ich nun auch weiß, dass ich angesichts solcher Vorkomnisse das Risiko, den Blog zu betreiben, nicht mehr auf mich nehmen kann und will. Irgendwann geht es nämlich auch an die Existenz. Ich habe nie gejammert über die inzwischen wahrscheinlich Tausenden von Stunden, die ich hinein gesteckt habe. Ehrenamtlich. Ohne auch nur einen einzigen Cent dafür zu bekommen.

Ich habe es immer gerne gemacht. Im Bewusstsein, etwas für den Stadtteil auf die Beine zu stellen, was das Leben hier ein Stückchen lebenswerter macht. Das werde ich mir - unabhängig vom vorübergehenden Ortswechsel - nicht mehr leisten können.

Mehr als viereinhalb Jahre habe ich das Leben im Stadtteil im Blog begleitet. Es hat Spaß gemacht.

Frohe Weihnachten Euch allen

Andreas Nöthen