Dienstag, 23. Januar 2018

Winterkino in Rödelheim mit „Harold und Maude“



Filme an ungewöhnlichen Orten  – Auftakt am Freitag, 26.1.2018, 19 Uhr im Sozial- und Rehazentrum West
Für die Wintersaison soll es unter dem Motto „Winterkino - umsonst und drinnen“  Filmvorführungen an dafür ungewöhnlichen Orten geben - zum Beispiel in den Geschäften Fahrrad Storck (24.2.) und Foto Köser (17.2.)  sowie im Salon Haarfetischisten und dem Sozial- und Rehazentrum West.Der Eintritt ist frei. Veranstaltet werden die Filmabende vom Quartiersmanagement Rödelheim-West in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Gastgeber.Den Beginn macht ein Filmabend im Sozial- und Rehazentrum West in der Alexanderstr. 92-94 am Freitag, 26.1.2018 um 19 Uhr. Dort wird dann der Film „Harold und Maude“ gezeigt. Über den Film: Harold (Bud Cort) ist ein 19-jähriger junger Mann, der aus gutem Elternhaus stammt und finanziell nie Probleme gehabt hat. Genau deswegen beschäftigt er sich in seinem jungen Leben schon seit einiger Zeit mit einem eigentlich untypischen Thema – dem Tod. Das Lebensende fasziniert Harold und je mehr er sich Gedanken um das schwere Thema macht, desto mehr scheint er selbst Todessehnsuchts-Gedanken zu entwickeln. Auf einer Beerdigung trifft er die 79-jährige Witwe Maude (Ruth Gordon), die genau das Gegenteil zu dem jungen Mann zu sein scheint. Sie ist lebensbejahend und kann aus jeder noch so schweren Situation etwas Positives herausziehen. Die beiden ziehen sich förmlich an und verstehen sich auf Anhieb. Es beginnt eine ganz besondere Beziehung zwischen Harold und Maude, von der beide etwas lernen können und die weit über Freundschaft hinauszugehen scheint… (1971, Regie: Hal Ashby, Musik: Cat Stevens, Altersfreigabe ab 12).


Dramatische Entwicklungen im Brentanohochhaus



Verfasst von einigen Mieterinnen und Mieter aus dem Brentanohochhaus

Seit Monaten gehen die Bauarbeiten in und um das Brentanohochhaus voran. Die geplagten Mieterinnen und Mieter haben sich wiederholt an die Vermieter, die Schader-Stiftung, gewendet und um Rücksichtnahme und Verbesserung der Wohnsituation gebeten (Main-Nidda-Bote berichtete am 11.1.18). Endlich war nun am Donnerstag den 18. Januar die gewünschte Mieterinnenversammlung, bei der die Schader Stiftung die Bauarbeiten erklären und den Sorgen der Mieterinnen und Mieter Gehör schenken sollte.
Doch es kam ganz anders!
Die ca. 70 Bewohnerinnen und Bewohner des Brentanohochhauses, die sich eingefunden hatten, sahen sich Architekten und Vertretern der Vegis Immobilien gegenüber, die das Gebäude verwaltet. Von den Verantwortlichen der Schader-Stiftung erschien niemand zu diesem Termin.
Statt ausführlich zu erklären, was aktuell im Hochhaus passiert und was die Pläne für die Zukunft sind und den Fragen oder Anregungen der Mietenden zu zuhören, wurde nur sehr allgemein eine so genannte „Modernisierung I und II“ des Gebäudes vorgestellt, um dann zu dem relevantesten Punkt der Versammlung zu kommen: die geplante Mieterhöhung.
Ein Vertreter der Vegis Immobilien informierte die Anwesenden darüber, dass viele Wohnung ab dem 1. April 2018 eine Mietsteigerung von bis zu 15 Prozent zu erwarten haben. Begründung ist die Anpassung an den Mietspiegel, was schätzungsweise fast die Hälfe aller Wohnungen betrifft. Die Fassungslosigkeit und Entrüstung über diese Information bestimmte die nächsten Minuten die Diskussion der Versammlung. Bis gleich weitere für die Bewohnenden dramatische Ankündigungen folgten: Ab Oktober 2019 werden die Mieten um 2,50 Euro pro qm flächendeckend in allen Wohnungen erhöht. Außerdem folgt zeitnah eine dritte Erhöhung, die ebenfalls mit Modernisierungsarbeiten begründet wurde.

Ziel der Schader-Stiftung ist es mit diesen Mieterhöhung die derzeitigen und künftigen Bauarbeiten am und um das Brentanohochhaus zu finanzieren. Die Entrüstung darüber ist nicht nur so groß, weil die Hälfte der angeblichen Modernisierungen völlig an den Interessen der Bewohnenden vorbei gehen: neue Farbe im Treppenhaus, Klingeln auf jeder Etage, neue Briefkästen und Lampen im Flur. Sondern vor allem, weil fast alle der angekündigten Maßnahmen Instandhaltungen sind, welche die Schader-Stiftung seit dem Jahr 1978 hätte vornehmen müssen, um den Mieterinnen und Mietern ein würdevolles und gesundes Wohnen zu ermöglichen und deren Kosten für die Bewohnerschaft des Brentanohauses nicht tragbar sind. Das wiederrum bedeutet, dass viele Menschen aus dem Haus ausziehen müssen, weil sie es sich nicht mehr leisten können, hier zu wohnen, wenn so plötzlich die Mieten um ca. 30-50% steigen. Die Vegis Immobilien sieht hierin keine besondere Schwierigkeit, im Gegenteil, sie legt den Mietenden das Sonderkündigungsrecht nahe. Für Menschen, die seit Jahrzehnten im Haus leben, ihre Miete immer zahlen und ihr soziales Umfeld in Rödelheim haben, soll nun kein Platz mehr sein?! Wo sollen sie hinziehen?

Wir Autorinnen dieses Artikels richten uns an alle Nachbarinnen und Nachbar:
Wir werden nicht hinnehmen, dass auch nur eine einzige Hausbewohnerin verdrängt wird. Die Baumaßnahmen wie die Mieterhöhung betreffen uns alle. Und deshalb sollten wir uns gemeinsam dagegen wehren. Wir können etwas verändern, aber dafür brauchen wir den Zusammenhalt unserer Hausgemeinschaft. Also kommt zu unserer nächsten Versammlung, die Einladung findet ihr wie immer an euren Wohnungstüren. Lasst uns für einander da sein und gemeinsam gegen diese Ungerechtigkeit antreten.

Wenn andere Frankfurter und Frankfurterinnen uns helfen wollen, Informationen brauchen oder Ratschläge haben, dann kontaktiert uns sehr gerne unter hochhaus.roedelheim@web.de oder besucht unseren Instagram-Account „hochhaus.roedelheim“.




Montag, 22. Januar 2018

Planungen für Rödelheimer Musiknacht 2018 gehen in die Endphase



(c) Barbara Helfer
Einladung zum Vorbereitungstreffen am Donnerstag, dem 25.1.2018, um 19.30 Uhr im Nachbarschaftsbüro

Die Rödelheimer Musiknacht findet in diesem Jahr am Samstag, dem 26. Mai 2018 statt. Im Moment läuft die Planung der einzelnen Konzerte und die zeitliche und räumliche Abstimmung zwischen Musik und Gastgeber. Vorbereitet wird wieder eine Stadtteil-veranstaltung mit einem breiten musikalischen Spektrum - von Klassik über Punk, Chören, Blues, Jazz, Folk bis hin zu Orgel, DJ oder Tango - und mit unterschiedlichen Bühnen bei Vereinen und Gewerbebetrieben, in Privaträumen und sozialen Institutionen. Wie in den Vorjahren geht es dabei um eine nicht-kommerzielle Stadtteilveranstaltung, die von aktiven Rödelheimer Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt auf die Beine gestellt wird. Wer sich noch kurzfristig für eine Beteiligung an der nächsten Musiknacht entschließen möchte, sollte sich bitte schnellstmöglich bei der Vorbereitungsgruppe melden. Wichtig dabei ist der eindeutige Bezug zum Stadtteil Rödelheim, denn schließlich geht es bei der Musiknacht darum, Rödelheimer Talente auf Rödelheimer Bühnen zu bringen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage zur Rödelheimer Musiknacht: http://roedelheimer-musiknacht.de und beim Quartiersmanagement Rödelheim-West. Das nächste Vorbereitungstreffen findet am Donnerstag, 25.1.2018 um 19.30 Uhr im Nachbarschaftsbüro statt. Kontakt: Nachbarschaftsbüro, Westerbachstraße 29, Tel. 93490218, E-Mail: roedelheim-west@frankfurt-sozialestadt.de

Erklärung von Rödelheim solidarisch: Wir trauern um Mircea N.

Vor einigen Tagen haben wir erfahren, dass Mircea N. am 12.1.2018 an einem Herzstillstand verstorben ist. Er wurde an der U-Bahn-Haltestelle Kirchplatz in Bockenheim tot von der Polizei aufgefunden. Diese Nachricht hat uns nicht nur tief traurig gemacht, sondern auch extrem wütend.
Mircea hat über viele Jahre in der Erdgeschosswohnung im Haus Am Alten See 19 gewohnt. In der Straße war er den Meisten gut bekannt. Wenn er nicht gerade mit seinem Fahrrad unterwegs war, hat er viel Zeit vor dem Haus verbracht und sich mit Nachbar*innen ausgetauscht. Sein Gesundheits-zustand war schon seit einiger Zeit schlecht und seine Mobilität dadurch stark eingeschränkt. Seit Sommer litt Mircea, wie alle anderen im Haus, zusätzlich unter der Bedrohung, die Wohnung verlieren zu können: Das Rödelheimer Vermieter*innenpaar hatte allen Bewohner*innen gekündigt. Über Monate haben sich die Bewohner*innen gegen den Rausschmiss sowie die fortdauernden Schikanen und illegalen Entmietungspraxen zur Wehr gesetzt. Erfolgreich konnte so zumindest für einige mehr Zeit geschaffen werden, um eine neue Wohnung in Frankfurt zu finden. Für Mircea gestaltete sich die Wohnungssuche aufgrund seines gesundheitlichen Zustands und seiner sozialen Situation besonders schwierig. Nachdem im Dezember nach und nach alle Bewohner*innen unter dem Druck der Vermieter* innen ausgezogen waren, verharrte er als Letzter im Haus, in dem es schon lange keine funktionierende Heizung mehr und nur zeitweise warmes Wasser gab. Kurz nach Weihnachten hat das Rödelheimer Vermieter*innenpaar den Druck auf Mircea offenbar so drastisch erhöht, dass es für ihn keine andere Option mehr zu geben schien, als das Haus ebenfalls zu verlassen, obwohl dies für Mircea die Wohnungslosigkeit bedeutete – mitten im Winter, mitten in Frankfurt. Für uns bleibt unbegreifbar, wie man einen Menschen, der sich offensichtlich in schlechtem gesundheitlichen Zustand befindet und auf Hilfe angewiesen ist, einfach auf die Straße setzen kann. Sich durch ein solches Verhalten jeglicher sozialen Verantwortung zu entziehen, ist schlicht und einfach unmenschlich. Mirceas tragischer Tod hätte durch eine angemessene gesundheitliche Versorgung und eine entsprechende Wohnung vielleicht verhindert werden können. Er zeigt uns, wie brutal diese Wohnungspolitik heute ist, die nicht nur zu sozialer Verdrängung, sondern im schlimmsten Fall auch zur Wohnungslosigkeit führt.


Lasst uns in dieser Trauer und Wut nicht alleine sein und am Mittwoch, 24.1.2018 um 19 Uhr vor dem Haus Am Alten See 19 zusammenkommen. Wir wollen Mircea gedenken und Blumen und Kerzen an den Ort zu legen,an dem er die letzten Jahre gelebt hat.


Rödelheim Solidarisch

Sonntag, 21. Januar 2018

Fotoausstellung „Ortsbesichtigung“ noch bis zum 2.2.2018

Foto gehört nicht zur Ausstellung
Impressionen aus der alten Rödelheimer Schuhmaschinenfabrik – eine Ausstellung der Fotofreunde Rödelheim

Ein Stück Rödelheimer Industriekultur wird wohl bald Geschichte sein. Teile der Anlage in der Westerbachstraße sollen Wohnungen weichen. Betroffen ist auch das ehemalige Kesselhaus, das sich zu einer eigenwilligen Nische für Handwerk, Kunst und Kultur gemausert hatte. Mitglieder der Fotofreunde Rödelheim haben mit der Kamera noch Eindrücke gesammelt. Stadtteilbibliothek Rödelheim,3. Januar bis 2. Februar 2018. Eintritt frei.